Aber wie verändert sich plötzlich jene eben so düster geschilderte Wildniss unserer ermüdeten Cultur, wenn sie der dionysische Zauber berührt! Ein Sturmwind packt alles Abgelebte, Morsche, Zerbrochne, Verkümmerte, hüllt es wirbelnd in eine rothe Staubwolke und trägt es wie ein Geier in die Lüfte. Verwirrt suchen unsere Blicke nach dem Entschwundenen: denn was sie sehen, ist wie aus einer Versenkung an's goldne Licht gestiegen, so voll und grün, so üppig lebendig, so sehnsuchtsvoll unermesslich. Die Tragödie sitzt inmitten dieses Ueberflusses an Leben, Leid und Lust, in erhabener Entzückung, sie horcht einem fernen schwermüthigen Gesange - er erzählt von den Müttern des Seins, deren Namen lauten: Wahn, Wille, Wehe. - Ja, meine Freunde, glaubt mit mir an das dionysische Leben und an die Wiedergeburt der Tragödie. Die Zeit des sokratischen Menschen ist vorüber: kränzt euch mit Epheu, nehmt den Thyrsusstab zur Hand und wundert euch nicht, wenn Tiger und Panther sich schmeichelnd zu euren Knien niederlegen. Jetzt wagt es nur, tragische Menschen zu sein: denn ihr sollt erlöst werden. Ihr sollt den dionysischen Festzug von Indien nach Griechenland geleiten! Rüstet euch zu hartem Streite, aber glaubt an die Wunder eures Gottes!" - Meaning and context.">
But what changes come upon the weary desert of our culture, so darkly described, when it is touched by the magic of Dionysus! A storm seizes everything decrepit, rotten, broken, stunted; shrouds it in a whirling red cloud of dust and carries it into the air like a vulture. In vain confusion we seek for all that has vanished; for what we see has risen as if from beneath he earth into the gold light, so full and green, so luxuriantly alive, immeasurable and filled with yearning. Tragedy sits in sublime rapture amidst this abundance of life, suffering and delight, listening to a far-off, melancholy song which tells of the Mothers of Being, whose names are Delusion, Will, Woe. -
Yes, my friends, join me in my faith in this Dionysiac life and the rebirth of tragedy. The age of Socratic man is past: crown yourselves with ivy, grasp the thyrsus and do not be amazed if tigers and panthers lie down fawning at your feet. Now dare to be tragic men, for you will be redeemed. You shall join the Dionysiac procession from India to Greece! Gird yourselves for a hard battle, but have faith in the miracles of your god!
• p. 98

Aber wie verändert sich plötzlich jene eben so düster geschilderte Wildniss unserer ermüdeten Cultur, wenn sie der dionysische Zauber berührt! Ein Sturmwind packt alles Abgelebte, Morsche, Zerbrochne, Verkümmerte, hüllt es wirbelnd in eine rothe Staubwolke und trägt es wie ein Geier in die Lüfte. Verwirrt suchen unsere Blicke nach dem Entschwundenen: denn was sie sehen, ist wie aus einer Versenkung an's goldne Licht gestiegen, so voll und grün, so üppig lebendig, so sehnsuchtsvoll unermesslich. Die Tragödie sitzt inmitten dieses Ueberflusses an Leben, Leid und Lust, in erhabener Entzückung, sie horcht einem fernen schwermüthigen Gesange - er erzählt von den Müttern des Seins, deren Namen lauten: Wahn, Wille, Wehe. - Ja, meine Freunde, glaubt mit mir an das dionysische Leben und an die Wiedergeburt der Tragödie. Die Zeit des sokratischen Menschen ist vorüber: kränzt euch mit Epheu, nehmt den Thyrsusstab zur Hand und wundert euch nicht, wenn Tiger und Panther sich schmeichelnd zu euren Knien niederlegen. Jetzt wagt es nur, tragische Menschen zu sein: denn ihr sollt erlöst werden. Ihr sollt den dionysischen Festzug von Indien nach Griechenland geleiten! Rüstet euch zu hartem Streite, aber glaubt an die Wunder eures Gottes!

— Friedrich Nietzsche

What It Means

This is a placeholder explanation generated by the low-overhead model. It interprets "Aber wie verändert sich plötzlich jene eben so düster geschilderte Wildniss unserer ermüdeten Cultur, wenn sie der dionysische Zauber berührt! Ein Sturmwind packt alles Abgelebte, Morsche, Zerbrochne, Verkümmerte, hüllt es wirbelnd in eine rothe Staubwolke und trägt es wie ein Geier in die Lüfte. Verwirrt suchen unsere Blicke nach dem Entschwundenen: denn was sie sehen, ist wie aus einer Versenkung an's goldne Licht gestiegen, so voll und grün, so üppig lebendig, so sehnsuchtsvoll unermesslich. Die Tragödie sitzt inmitten dieses Ueberflusses an Leben, Leid und Lust, in erhabener Entzückung, sie horcht einem fernen schwermüthigen Gesange - er erzählt von den Müttern des Seins, deren Namen lauten: Wahn, Wille, Wehe. - Ja, meine Freunde, glaubt mit mir an das dionysische Leben und an die Wiedergeburt der Tragödie. Die Zeit des sokratischen Menschen ist vorüber: kränzt euch mit Epheu, nehmt den Thyrsusstab zur Hand und wundert euch nicht, wenn Tiger und Panther sich schmeichelnd zu euren Knien niederlegen. Jetzt wagt es nur, tragische Menschen zu sein: denn ihr sollt erlöst werden. Ihr sollt den dionysischen Festzug von Indien nach Griechenland geleiten! Rüstet euch zu hartem Streite, aber glaubt an die Wunder eures Gottes!" in the context of "But what changes come upon the weary desert of our culture, so darkly described, when it is touched by the magic of Dionysus! A storm seizes everything decrepit, rotten, broken, stunted; shrouds it in a whirling red cloud of dust and carries it into the air like a vulture. In vain confusion we seek for all that has vanished; for what we see has risen as if from beneath he earth into the gold light, so full and green, so luxuriantly alive, immeasurable and filled with yearning. Tragedy sits in sublime rapture amidst this abundance of life, suffering and delight, listening to a far-off, melancholy song which tells of the Mothers of Being, whose names are Delusion, Will, Woe. -
Yes, my friends, join me in my faith in this Dionysiac life and the rebirth of tragedy. The age of Socratic man is past: crown yourselves with ivy, grasp the thyrsus and do not be amazed if tigers and panthers lie down fawning at your feet. Now dare to be tragic men, for you will be redeemed. You shall join the Dionysiac procession from India to Greece! Gird yourselves for a hard battle, but have faith in the miracles of your god!
• p. 98" to mean that wisdom is timeless.

Source: Wikiquote: "Friedrich Nietzsche" (Quotes, The Birth of Tragedy (1872): The Birth of Tragedy Out of the Spirit of Music (1873), later expanded as The Birth of Tragedy, Or: Hellenism and Pessimism (1886), Shaun Whiteside translation, Penguin Classics (1993)) The 'What it means' explanation text was generated by Google Gemini Flash (accessed January 18, 2026). https://gemini.google.com/app
Friedrich Nietzsche

About Friedrich Nietzsche

Friedrich Wilhelm Nietzsche (15 October 1844 – 25 August 1900) was a German philosopher, cultural critic, composer, poet, writer, and philologist whose work has exerted a profound influence on modern intellectual history. His critiques of contemporary culture, religion, and philosophy centered on a basic question regarding the foundation of values and morality.